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Ein diplomatisches "Weltwunder". Praktiken niederländischer und päpstlicher Friedensvermittlung auf den Kongressen von Münster (1643–1649) und Nijmegen (1676–1679) im Vergleich

Markus Laufs M.A.

Alvise Contarini, der venezianische Vermittlungspartner des päpstlichen Nuntius Fabio Chigi auf dem Westfälischen Friedenskongress, verglich den französisch-kaiserlichen Friedensschluss am 24. Oktober 1648 in Münster mit einem Weltwunder. Diese rhetorisch wirkende Formulierung verdeutlicht den auch für die Mediatoren schweren Weg hin zu einer Friedensfindung.

Die Rolle und die Praktiken von traditionellen päpstlichen und informellen niederländischen Friedensvermittlern bei bilateralen Verhandlungen und Kongressen in der Frühen Neuzeit vergleichend zu untersuchen, ist Aufgabe dieses Dissertationsprojektes. Aufgrund ihrer auffallenden Präsenz und ihres hohen Stellenwertes ist die historisch-praxeologische Erschließung von Friedensvermittlung für ein ganzheitliches Verständnis der frühneuzeitlichen Diplomatie unbedingt notwendig. Als zentrale Schauplätze des Vergleichs dienen die Friedenskongresse von Münster (1643–49) und Nijmegen (1676–79). Eine große Variabilität der zwei Vermittlungsstränge ist gerade deshalb möglich, da sich die zwei Mächte in ihrer Verfasstheit grundlegend voneinander unterschieden.

Vor allem die Frage nach akteurs- und situationsabhängigen Vermittlungspraktiken steht im Fokus dieser Untersuchungen. Dabei zeigen erste Ergebnisse, dass Vermittlungspraktiken eine für die Friedensfindung größere Bedeutung besaßen, als das die formelle Übermittlung von Schriftstücken, auf die frühneuzeitliche Friedensvermittlung häufig reduziert wird, vermuten lässt.

Kontakt: markus.laufs[at]web.de
Betreuer: Prof. Dr. Dr. Guido Braun (Université de Haute-Alsace Mulhouse)

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