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Geheimdiplomatie auf dem Westfälischen Friedenskongress. Post, Briefspionage und Informationssicherheit

Maren Walter M.A.

Historische Betrachtungen von Spionage und Diplomatie haben Konjunktur – und das nicht erst seit der Veröffentlichung der Praktiken des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA durch den Whistleblower Edward Snowden. Vor allem das 20. Jahrhundert bietet mit zwei Weltkriegen und einem Kalten Krieg zahlreiche Anknüpfungspunkte für unterschiedliche Forschungsvorhaben. Systematische, kultur- und politikgeschichtlich relevante Studien zum Verhältnis von Diplomatie und Spionage in der Frühen Neuzeit gibt es dagegen kaum. Dieser Befund gilt insbesondere für das Heilige Römische Reich deutscher Nation, das von der sogenannten Intelligence-Forschung bisher wenig beachtet wurde. Ein neues Modell, das an der Schnittstelle von Intelligence und Diplomatie ansetzt, ist das der Geheimdiplomatie. Im Fokus aller geheimdiplomatischer Tätigkeit steht das Wissen, das einen Staat oder zentrale Herrschaftsträger gegenüber potentiellen und realen Gegnern bevorteilen und dadurch politisch handlungsfähig machen sollte. Die dazu getroffenen Maßnahmen waren neben der Repräsentation des Herrschers und der Verhandlungsführung ein wesentliches Betätigungsfeld von Diplomaten in ständigen Gesandtschaften. Das Dissertationsprojekt untersucht Aspekte des Verhältnisses von Diplomatie und informellen Kommunikationsstrukturen anhand der kaiserlichen Gesandtschaft auf dem Westfälischen Friedenskongress. Dabei ergeben sich einerseits Fragen nach den unterschiedlichen Funktionsweisen der frühneuzeitlichen Post und des frühneuzeitlichen politischen Systems und andererseits nach den Strukturen informeller Informationsbeschaffung, der Briefspionage, der Informationssicherheit und des Informationsschutzes.

Kontakt: marenwalter@gmx.net

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