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Franz Wilhelm von Wartenberg und die katholischen Maximalisten bei den Westfälischen Friedensverhandlungen

Heinz Adrian Hartke M.A.

Die geplante Untersuchung möchte die Rolle der katholischen Maximalisten (Franz Wilhelm von Wartenberg, Adam Adami und Johann Leuchselring) als geistliche Reichsfürsten bzw. deren Vertreter auf dem Kongress darstellen, die sich in einem Konflikt befanden: geistlicher und weltlicher Herr zugleich zu sein und somit dem Kaiser und dem Papst verpflichtet. Die mehrfach verankerte Rechtsbindung des Reiches an das Papsttum bildete ein weit mehr als formales Problem. Ein geistlicher Reichsfürst war nicht nur von der Belehnung durch das Reichsoberhaupt, sondern auch von der Konfirmation des Papstes abhängig. Aufgrund seines doppelten Treueverhältnisses musste ein geistlicher Reichsfürst Kompromisse eingehen, die weder der eigenen Stellung und dem Heiligen Stuhl noch dem Reich und dem Kaiser zu sehr schadeten. Das Gewissensprinzip war die höchste Verhaltens- und Handlungsnorm, auch in politischen Fragen. Die katholischen Maximalisten nahmen daher eine unnachgiebige Haltung auf dem Kongress ein und setzten sich maßgeblich für die Belange der katholischen Kirche ein. Ihre Kompromisslosigkeit war mit dem Weg zum Verständigungsfrieden, der sich spätestens seit Ende 1647 anbahnte und von einflussreichen katholischen Reichsständen vorbereitet wurde, nicht vereinbar. Von den Protestanten spöttisch als "Triumvirn" bezeichnet, gerieten sie am Ende der Verhandlungen deshalb ins Abseits. Dennoch haben die Triumvirn maßgeblich die Verhandlungen geprägt.

Die Untersuchung folgt einer akteurszentrierten Perspektive und nimmt erstmalig die Gruppe der Triumvirn in den Fokus. Dabei soll u.a. die Frage beantwortet werden, ob und wie eine intransigente Gruppe versuchte, den Frieden wiederherzustellen. Zudem wird erforscht, ob eine Zusammenarbeit der Triumvirn untereinander erkennbar ist und wenn ja, wie und mit wem zusammengearbeitet wurde. Hierbei gibt die Analyse der Kontakte sowie der Voten der katholischen Stände aufschlussreiche Erkenntnisse. Dazu dient die systematische quantitative Auswertung der Kontakte Wartenbergs aus seinem "Diarium".

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